04. Oktober 2009
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Schon seit Wochen Leben in der Gemeinde
Moschee in Emden wird an diesem Sonntag offiziell eröffnet.
Emden. Mit einem festlichen Akt und einem „Tag der offenen Tür“ wird die Türkisch Islamische Gemeinde zu Emden an diesem Sonntag ihre Moschee am Hauptbahnhof offiziell eröffnen. „Es kann jeder kommen, der Interesse hat“, sagte Abdou Ouedraogo, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Emden und Gemeindemitglied.
Wie berichtet, ist die frühere Gaststätte am Emder Hauptbahnhof („Iss was“/ „Emma“) seit Dezember 2008 umgebaut worden. Darin stehen der als Verein geführten Gemeinde, die zurzeit 70 Mitglieder hat, 370 Quadratmeter zur Verfügung. Neben dem Gebetsraum gibt es unter anderem Räume, in denen andere Gemeindeaktivitäten möglich sind.
Der offizielle Teil der Eröffnungsveranstaltung beginnt um 13 Uhr. Dann werden unter anderem der Imam (Vorbeter) der Gemeinde aus dem Koren lesen und Bürgermeisterin Andrea Risius sprechen. Eigentlich wollte Oberbürgermeister Alwin Brinkmann selbst bei der offiziellen Einweihung dabei sein. Da der Termin jedoch mehrfach verschoben wurde, kann der OB dem Wunsch des Vereins nun doch nicht entsprechen und die Moschee eröffnen. „Er bedauert das sehr, denn er wollte es sehr gerne“, sagte Abdou Ouedraogo. Dass die Eröffnung zweimal verschoben werden musste, hat auch damit zu tun, dass die Gemeindemitglieder viel in Eigenleistung gemacht haben.
Bereits seit einigen Wochen gibt es Leben in der Gemeinde, so finden beispielsweise die Freitagsgebete in der Moschee statt. Auch der Imam, der von der türkischen Regierung geschickt wurde und voraussichtlich vier Jahre bleiben wird, ist seit Mitte Juli in Emden. „Als der Ramadan zu Ende ging, waren 250 Leute hier“, sagte Senol Sahinler, Vorsitzender des Vereins. Die Gläubigen kommen nicht nur aus Emden, sondern unter anderem auch aus Aurich, Leer und Wiesmoor. „Bislang gab es die nächste Moschee in Papenburg, aber das ist für viele einfach zu weit“, sagte Sahinler.
Die Gemeindemitglieder haben mit „Eyüp Sultan“ auch einen Namen für ihre Moschee gefunden. „Er war ein türkischer Sultan, aber ein netter“, sagte Ugur Ceylan, Vorstandsmitglied im Verein. Es sei bei der Namenswahl darauf geachtet worden, dass mit der Persönlichkeit jeder aus dem islamischen Raum etwas anfangen könne.
„Der Imam spricht auf Türkisch, er kann auch Arabisch und etwas Deutsch“, sagte Sahinler. Von Beginn an habe der Imam ins Deutsche übersetzen lassen, sagte Ouedraogo. „Er weiß, welchen Weg wir gehen wollen. Wir wollen uns öffnen und möglichst viele Menschen erreichen.“
Für diesen Sonntag rechnet die Gemeinde mit zahlreichen Gästen. „Hoffentlich reicht der Platz“, sagte Gemeindemitglied Aydin Zeytin. Große Scheu erwartet Sahinler nicht. „In den letzten Wochen haben hier so viele Leute durch die Fensterscheiben geguckt. Und viele fahren in die Türkei in den Urlaub und besuchen dort Moscheen.“ Von daher rechnet er auch damit, dass die Gäste sich daran halten, ihre Schuhe vor dem Gebetsraum auszuziehen und Frauen ihr Haar mit einem Tuch bedecken. js
Emden vom Sonntag, 4. Oktober 2009, Seite 12 (1460 Views)

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