Stereotype Rollenklischees kritisch hinterfragen

24. Auricher Frauenwochen beschäftigen sich zentral mit dem Frauen- und Männerbild, das tagtäglich von der Werbung vermittelt wird. Auftaktveranstaltung mit Ausstellungseröffnung am 4. März im Auricher Rathaus.

Aurich. „Vier Wochen Programm rund um den Tag der Frau am 8. März: Das zeigt, wie viel uns immer noch dazu einfällt“, meinte Birgit Ehring-Timm zu den 24. Auricher Frauenwochen, die vom 4. bis zum 30. März über die Bühne gehen werden. Die Arbeitsgemeinschaft Auricher Frauen, in der sich Vertreterinnen von mehr als 30 Organisationen und Verbänden zusammengetan haben, hat ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Zentrales Thema sind die Frauen- und Männerbilder, wie sie jedem täglich in der Werbung begegnet .

Ein Dreh- und Angelpunkt ist eine Ausstellung, die am 4. März im Rathaus eröffnet wird. Die dort gezeigten Werbebilder sollen die Auseinandersetzung mit dem Thema fördern und zur Kritik anregen. Parallel dazu wird das Historische Museum seine Ausstellung über die Barbie-Puppe im Wandel der Zeiten bis April verlängern.

Unter dem Motto „Schlank sein wie ein Mannequin“ wirft die Künstlerin Anna Haentjens einen kritischen Blick auf das Frauenbild in der Werbung angefangen von den Goldenen Zwanzigern bis hin zu den „Cover-Girls“ heutiger Tage.

Die Auricher Kulturgesichter Katja Druivenga und Reenste Cornelis wollen unter dem Titel „Vom „Biedermeier zur Dancing Queen“ die wechselvolle Geschichte der Stadt in verschiedenen Rollen anhand humorvoller Anekdoten und Erzählungen veranschaulichen.

Zwei Veranstaltungen beschäftigen sich mit zwei ostfriesischen Frauenpersönlichkeiten. Zum einen wird an die 1996 verstorbene Ingrid Buck erinnert. Die Volkskundlerin wäre im letzten Jahr 100 Jahre alt geworden. Zum anderen gibt es einen Abend mit Gedichten, Berichten und Klezmermusik zu Ehren von Recha Freier. Die in Norden geborene Sprachlehrerin, Dichter, Musikerin und Komponisten hat sich als Freiheitskämpferin einen Namen gemacht. Sie war Gründerin der Jugendalijah, die viele jüdische Kinder vor den Nationalsozialisten in Sicherheit bringen konnte .

Wie immer bieten die Frauenwochen Gesprächskreise und Workshops zu Sport, Rhetorik, Typenberatung, Pflege von Angehörigen oder beruflichen Perspektiven und natürlich das Frauenfrühstück. Nach wie vor reichlich Diskussionsstoff liefert das Thema der gerechten Bezahlung von Frauen und Männern. Ein anderes „heißes Eisen“ sind so genannte „Loverboys“. Der Begriff bezieht sich auf Männer, die sich zumeist über soziale Netzwerke an minderjährige Mädchen heranmachen und in emotionale Abhängigkeit zu bringen versuchen.

„Wir wollen mit unseren Veranstaltungen auch und gerade die jungen Frauen ansprechen“, sagte Birgit Ehring-Timm. „Wobei unser gesamtes Programm aber alle Generationen ansprechen soll und sich nicht nur an die Frauen, sondern selbstverständlich genauso an die Männer richtet.“ wj

H Die Eröffnung der Frauenwochen ist am Dienstag, 4. März, ab 17 Uhr im Auricher Rathaus. Den Abschluss bildet am Sonntag, 30. März, eine Lichterkette auf dem Auricher Marktplatz im Gedenken an alle Frauen, denen Leid, Krankheit oder Tod widerfahren ist. Nähere Informationen zu diesen beiden Veranstaltungen und zu allem, was dazwischen sonst noch stattfindet, gibt es unter den Adressen: www.aurich.de oder www.auricherfrauen.de. Die Programmhefte liegen derzeit in vielen Geschäften und öffentlichen Einrichtungen aus.

Aurich vom Sonntag, 26. Januar 2014, Seite 3 (66 Views)

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